Werkzeugentwicklung Open Source: translate5

Ulrike Baral · 16. April 2018

Der Einsatz von Open Source Software hat bei beo eine lange Tradition. Zu Gründungszeiten der beo im Jahr 2003 führten die finanzielle Notwendigkeit und die Open-Source-Neigung der beo ITler zum Einsatz von Open-Source-Software. Der Wunsch nach Unabhängigkeit von kommerziellen übersetzungsunterstützenden Werkzeugen führte dann zur Arbeitsgruppe FOLT (Forum Open Language Tools) und zur Initiierung und Mitarbeit in der Entwicklung von OpenTMS. Das ist lange her, heute keine spektakuläre Sache mehr und aufgegangen im OpenTM2-Projekt. Aber das ist eine andere Geschichte …

Heute wollen wir von unserer Kooperation mit translate5 und konkret der Kooperation mit Marc Mittag erzählen. Wir kennen Marc als einen der IT-Köpfe der FOLT-Initiative und sind schon lange und immer sehr intensiv mit ihm in Kontakt.

Was ist translate5? Es begann als webbasierter Lektoratseditor – Schwerpunkt: Einfache Bedienung für branchenfremde Lektoren. Der Usability-Fokus wurde beibehalten – aber inzwischen ist aus translate5 ein vollwertiges Übersetzungswerkzeug u. a. mit den folgenden Features geworden:

  • OpenTM2, Moses und andere Translation-Memory- und Machine-Translation-Server können als Quellen für Übersetzungsvorschläge und Konkordanzsuche integriert werden.
  • Terminologie-Prüfung
  • Flexible Workflow-Unterstützung
  • „Änderungen nachverfolgen“ analog zu MS Word im Workflow
  • Import einer Vielzahl nativer Dateiformate wie InDesign, MS Office, XML, etc., basierend auf der Integration des Okapi Frameworks (ebenfalls Open Source)

Besonderes Highlight: Lektorate sind inzwischen sogar im perfekten Layout möglich – für praktisch alle Quellformate wie z. B. InDesign, FrameMaker oder MS Office. Änderungen fließen trotzdem direkt in die Übersetzungsquellen bzw. das Translation Memory zurück.

Warum haben wir uns bei translate5 engagiert? Es gab mal Zeiten – und einige von uns haben das selbst noch erlebt – da wurden fertige Übersetzungen ausgedruckt, ‚fahnengelesen‘, die Fehler in den Dateien behoben und dann erst die korrigierten Übersetzungen an den Kunden versandt.

Ausdrucken und auf Papier lesen geht inzwischen gar nicht mehr, und das ist nicht nur wegen des Regenwaldes auch gut so.

Wie setzen wir translate5 ein?

– Lektorat des ausgangssprachlichen Textes

– Revision durch Übersetzer

– Review durch Kunden

– Terminologie-Prüfungen

– bald: Anbindung an OpenTM2 und damit Übersetzungswerkzeug für kleinere Jobs

Wie tragen wir zur Weiterentwicklung von translate5 bei?

– Sponsoring

– Ideen

– „Virales Marketing“:  Wir erzählen jedem, der bei drei nicht auf‘m Baum ist, davon

Neugierig geworden auf diese Kooperation? Hier sind die Kontaktdaten, wo man sich ‚schlau‘ machen kann. Wir wollen in weiteren Blogeinträgen vorstellen, wie wir Translate5 einsetzen und wie wir die translate5 Entwicklung mitgestalten.

Ulrike Baral

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind mit * gekennzeichnet.